Holocaust Mahnmal © stedah - Fotolia.com
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg hat die Zusammenarbeit mit dem Star-Moderator Ken Jebsen beendet. Anfang November hat der Moderator mit antisemitischen Äußerungen in einer E-Mail Schlagzeilen gemacht. In der Mail hat Jebsen davon gesprochen, dass er wisse, “wer den Holocaust als PR erfunden hat”. Gegen den Vorwurf des Antisemitismus hat er sich gewehrt und sich auch entschuldigt. Die Jüdisch Gemeinde Berlin hatte den RBB aufgefordert, nach der Entschuldigung von Jebsen nicht zur Tagesordnung überzugehen: Wenn der Moderator seine Sendung unbeirrt fortführen könne, wäre das “befremdlich”. Der RBB hat den Moderator diesbezüglich verteidigt und ihn laut einer Pressemitteilung aus anderen Gründen entlassen. Jebsen habe Vereinbarungen über die Gestaltung seiner Sendung “KenFM” auf Radio Fritz wiederholt nicht eingehalten. Programmdirektorin Claudia Nothelle sagte dazu: “Der Sender hat Herrn Jebsen gegen den Vorwurf verteidigt, er sei Antisemit und Holocaust-Leugner. Allerdings mussten wir feststellen, dass zahlreiche seiner Beiträge nicht den journalistischen Standards des RBB entsprachen.” Jebsen war bereits zehn Jahre auf Sendung und hat mehr als 545 Sendungen produziert.
Diese Entlassung hat auch Folgen für Stefan Warbeck, den Leiter von Radio Fritz. Er gibt nun die Verantwortung für das Programm ab, da in den vergangenen Monaten “mehrere nicht ausreichend redaktionell geprüfte und abgenommene Beiträge” gelaufen seien und er sich nicht mehr in der Lage sehe, “das Programm angemessen zu leiten”. Der RBB macht ihn verantwortlich und sucht nun eine neue Aufgabe für ihn. Warbeck war seit 2005 Programmchef bei dem Jugendsender, seit 1993 arbeitet er insgesamt schon für das Programm. “Wir respektieren die Entscheidung von Stefan Warbeck und werden jetzt mit ihm über eine neue Aufgabe beim RBB sprechen”, so Nothelle. Anders als Jebsen ist Warbeck fest beim Sender angestellt.